WAS SIND ZOONOSEN?

1958 definierte die WHO Zoonosen als „Krankheiten und Infektionen, die auf natürlichem Wege zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden .“

Hier ein kleiner Auszug:

BORRELIOSE

Vorkommen u. Übertragung: Im gesamten mitteleuropäischen Raum bis zu 1000m Seehöhe. Zecken sind die Überträger

Krankheitsbild 3 Stadien: 1) Erythem, 2) Meningeale Reizerscheinungen, Kardiale und ZNS Symptome, 3) 2-3 Jahre nach der Infektion tritt die Gelenkssymptomatik in den Vordergrund.

Prophylaxe:  Zeckenschutz, Impfung!

LEPTOSPIROSE 

Vorkommen u. Übertragung: Weltweit bei  Nagern, Haustieren u. landwirtschaftlichen Nutztieren. Ausscheidung der Erreger erfolgt über Harn, Infektionspforte sind Hautlaesionen.

Krankheitsbild 2-phasig: 1) Plötzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost, Muskelschmerzen und meningeale Reizerscheinungen.2) Neuerlich Fieber und je nach Organmanifestation, Ikterus, Oligurie, seröse Meningitis, haemorrhagische Diathese sowie Abortus u. intrauterinem Fruchttod.

Prophylaxe:  Nagerbekämpfung, Hunde Schutzimpfung!

TOLLWUT 

Die Tollwut ist eine akute, in der Regel tödlich verlaufende Zoonose, an der nahezu alle Säugetiere und der Mensch erkranken können. Vorkommen u. Übertragung: Weltweit, durch den infektiösen Speichel über Hautlaesionen und über die intakte Schleimhaut (Mund, Konjunktiven) übertragbar.

Wir unterscheiden zwischen der "Urbanen Form" = Fleischfresser und der "Silvatischen Form" = Rind. Der Erreger ist gegen Kälte sehr widerstandsfähig, bei Hitze (eingetrockneter Speichel oder Blut) verliert er rasch seine Infektiosität.

WICHTIG!!! Solange sich der Erreger an der Eintrittspforte oder im Blut anzutreffen ist, kann eine sofortig eingeleitete Simultanimpfung (innerhalb der ersten 48 Stunden) den Ausbruch der Krankheit verhindern.

Sobald der Erreger in den Nervenscheiden seinen Weg Richtung Gehirn aufgenommen hat, ist keine Hilfe mehr möglich!

Krankheitsbild:  ZNS Symptome mit tonisch - klonischen Krämpfen, Exzitationsstadium, gefolgt von Paralyse der Kiefer und Schlundmuskulatur. Das Endstadium ist geprägt von totaler Lähmung  der Kopfmuskulatur, wobei der Tot durch Lähmung der Atem- u. Herzmuskulatur eintritt.

Therapie:  Sofortige Simultanimpfung nach einem Biss durch ein tollwütiges Tier. Verdächtige Tiere gelten so lange als an Tollwut erkrankt, solange nicht der Beweis der Infektionsfreiheit eindeutig erbracht wurde. 

Prophylaxe: In Tollwutsperrgebieten ist allen Personen, welche mit Wildtieren und nicht geimpften Weidetieren beruflich in engen Kontakt treten müssen, unbedingt zu einer Schutzimpfung zu raten. Haustiere sollten ohnehin zum Eigenschutz der Besitzer regelmäßig einmal jährlich einer Schutzimpfung gegen Tollwut unterzogen werden! Die Schutzimpfung ist sowohl für den Menschen als auch für das Tier vollkommen schmerzlos und frei von allen Nebenwirkungen!

DIPYLIDIASIS 

Verbreitung und Übertragung:  Weltweit durch den häufigsten Bandwurm des Hundes, aber auch bei Katzen vorkommend. Infektion durch die perorale Aufnahme von Zystizerkoiden und auch durch infizierte Flöhe.

Infektionsmodus:  Proglottien, enthalten Eipakete, werden ausgeschieden, koprophage Flohlarven nehmen die Larven auf, wobei sich nach der Metamorphose des Flohs in dessen Leibeshöhle die infektiösen Finnenstadien - Zystizerkoid - ausbilden. Endwirt zerbeißt Floh, verschluckt die Zysticerkoide und in der Folge bildet sich im Darmtrakt des Endwirtes in 3 Wochen ein Bandwurm aus.

Propohylaxe:  Haustiere regelmäßig entwurmen und effektive Bekämpfung des Flohs sowohl am Tier als auch dessen Lebensraum.

LARVA MIGRANS CUTANEA ( Hautmaulwurf )

Vorkommen u. Übertragung: In Ländern mit gemäßigtem oder warmen Klima. Percutane Invasion von Larven, wobei Strände optimale Bedingungen für die Larvenentwicklung bieten. 

Krankheitsbild: Die Larven wandern deutlich sichtbar zwischen Korium und Stratum granulosum oft bis zu einige Zentimeter weit. In diesen Bereichen kommt es zur Ausbildung von Effloreszenzen, Ödemen und vermehrtem Juckreiz. Später ist dieser betroffene Bereich hgr. schmerzhaft, nicht selten treten Sekundärinfektionen auf.

Hund und Katzen regelmäßig entwurmen und von Badestränden fernhalten bzw. deren Exkremente sofort restlos Entfernen.   

Etc., etc.